Die Große Bürgergilde

Die Große Bürgergilde ist eine Bruderschaft.

Begründer derselben waren die Creuzbrüder, die im Jahre 1253 bei dem Bau der Heiligenhafener Kirche geholfen haben.

Nach der Reformation wurde im 16. Jahrhundert aus der kirchlichen Bruderschaft eine weltliche „Sterb-, Not- und Brandgilde“.
Große Bürgergilde Heiligenhafen

Zeittafel der Großen Bürgergilde zu Heiligenhafen von 1253 e.V.


1253 Kreuzbrüder arbeiten beim Bau der Kirche in Heiligenhafen. In einer Urkunde wird 1741 davon berichtet.
1320 Bei einem großen Brand in der Stadt werden 90 % aller Gebäude zerstört. Viele Urkunden werden vernichtet.
1409 Der Bürger Störtewohl wird mit Ältermann bezeichnet.
1415 Ein Protokollbuch, das „Registerbuch“ ist vorhanden.
1496 Im Reichsarchiv Kopenhagen wird von einem „Gilde-Patent“ berichtet. Es ist dies eine Art Gildeerlaubnis.
1507 Ab diesem Jahr sind die Armenvorsteher namentlich bekannt.
1531 Die Satzungen werden geändert. Den Frauen wird die Zugehörigkeit zur Bruderschaft entzogen.
1535 In dem silbernen Vogel unserer Königskette ist die Gravur zu lesen: 300 t – 1535 Joachim Bodecker.
1604 Die Gilde muss auf Anordnung des dänischen Königs das Gildeland an das Diakonat abtreten.
1624 Auf dem Flügel des silbernen Vogels der Königskette ist die Inschrift: „Andreas Jahn 1624 heft de Flunk vergylden laten.“
1653 Das Protokollbuch der „Sterbe Nots und Brand Gilde“wird eingerichtet. Es ist das älteste noch vorhandene Gildedokument.
1657 Bis zum Jahre 1663 wird wegen der Kriegsunruhen keine Gilde abgehalten.
1668 Jeder junge Gildebruder soll einen ledernen Wassereimer auf dem Rathaus abliefern.
1671 Es wird ein neues Protokollbuch begonnen, das „Gojen-Buch“.
1681 Es werden zu Feuerwehrmännern gewählt: Jakob Kordt und Klaus Rädtke (Älteste) und Joachim Reimer und Jochim Bütje (Jüngste). In der Zeit von 1672 – 1703 ist nur fünf mal auf den Vogel geschossen worden. Die Gilde ist mehrfach im Rathhaus abgehalten worden, die Rechnung in Ordnung gebracht. Die Stadt schuldet der Gilde 185 Mark lübsch.
1703 Am 9. Juli ist die Gilde im Rathaus zusammen gekommen und 14 Tage später auf den Vogel geschossen worden.
1721 Die Schulden der Stadt an die Gilde haben sich durch rückständige Zinsen auf 324 Mark erhöht.
1730 Das Rathaus auf dem Markt brennt nieder.
1734 In dem neu erbauten Rathaus wird wieder eine Gilde abgehalten. Zum Vorstand der Gilde gehören: der König, die beiden Älterleute, ein Kapitän, zwei Adjudanten, zwei Leutnante, zwei Fähnriche und drei Schaffer.
1738 König Otto Rätke stiftet für die Königskette ein silbernes Schild.
1739 Die Fahne COADUNATION (Vereinigung) wird der Gilde von der dänischen Königin Caroline gestiftet.
1749 Infolge einer neuen Brandverordnung geht die Brandbekämpfung von der Gilde auf die Stadt über. Die Gilde nennt sich jetzt Not – und Todten – Gilde.
1790 Seit dem 20. Juni wird nach dem „Sächsischen Vogel“ geschossen (Zweiköpfiger Vogel). Die Vogelstange (Gojenbaum) steht am Gehrenkamp. Die Gilde wird am Freitag vor Johanni gefeiert.
1817 Die Gilde schafft zu dem Halbmondglockenspiel eine große Trommel und Becken an.
1818 Es wird beschlossen als Königsgewinn einen silbernen Löffel für 7 Mark lübsch und 8 Scheffel anzuschaffen.
1846 Das 5. Buch der Heiligenhafner Todten und Schieß-Gilde wird eingerichtet.
1868 Es wird beschlossen, die Gilde nicht mehr im Rathaus, sondern in einer Gaststätte abzuhalten. In diesem Jahr wird das Gildefest in „Jägers Gasthaus“ in der Fischerstraße gefeiert.
1871 Es werden nur noch die Personen in die Gilde aufgenommen, die ein eigenes Geschäft haben und in die klassefizierte Einkommensteuer zu 100 Taler Preußisch eingeschätzt sind.
1876 Es wird beschlossen, dass die Schargen nicht mehr mit dem Säbel ein – und ausmarschieren. Statt der Schargen werden drei Beisitzer in den Vorstand gewählt.
1891 Als Todtengeld wird festgesetzt für den Gildebruder 80 Mk, für die Gildeschwester 40 Mk. Der monatliche Beitrag bleibt bei 90 und 45 Pf. Das Freibier am Gildetag soll wegfallen. Dadurch spart die Gildekasse 18 bis 20 Mk.
1901 Am 13. Juni bricht in Jägers Hotel in der Fischerstraße ein Brand aus. Die dort abgestellten Fahnen der Gilde verbrennen.
1902 Am 10. Juli wird von Landrat Springer eine neue Fahne geweiht. Der Vorstand der Gilde besteht jetzt aus dem König, den beiden Älterleuten, drei Beisitzern und dem Fahnenträger.
1906 Wilhelm Schmütsch wird zum 1. Ältermann gewählt. Er schenkt der Gilde einen schwarzen Ebenholzältermannstock mit silbernem Knauf. Es wird beschlossen, am Vogel mehrere Flattern anzubringen. Bei ordnungsgemäßem Abschuss werden sie als Span bewertet und mit 20 Pfennig vergütet.
1914 Das 300 jährige Jubiläum wird standesgemäß gefeiert.
1915 Bis 1918 wird wegen des Weltkrieges nicht auf den Vogel geschossen. Die Versammlungen werden einberufen und abgehalten.
1919 Auf dem Raths-Schützenplatz darf nicht mehr geschossen werden. Die Vogelstange muss deshalb versetzt werden. Die Stadtvertreter weisen der Gilde eine Stelle auf dem Graswarder als Schießplatz aus.
1921 Vogelstange steht auf dem Graswarder. Es wird hier geschossen.
1922 Am Binnensee wird nördlich der Raths – Koppel ein neuer Schießplatz
errichtet.
1923 Der Königsgewinn kostet jetzt 70.000 Mk. Für die 5 Teelöffel für die
Zentren muss die Gilde 140.000 Mk ausgeben. Wer beim Aus – und
Einmarsch unentschuldigt fehlt, muss 1.000 Mk Strafe zahlen.
1925 Bei der Beerdigung eines Gildebruders marschieren die Gildebrüder künftig
mit Fahne.
1927 Über die Aufnahme neuer Gildebrüder soll der Vorstand mittels Ballotage entscheiden.
1928 Der Rechnungstag wird in Zukunft Anfang Februar angesetzt, nicht mehr Ende Juli oder Anfang August.
1929 Am 11. Januar wird das erste Mal ein Winterball stattfinden, mit Tombola.
1931 Spänesammler Hermann Kerl wird bei seiner Tätigkeit von einem größeren
Span am Kopf getroffen und stirbt wenig später. Das Schießen wird
abgebrochen.
1932 Als Königsgewinn soll ein Vorlegelöffel gekauft werden. Die 5 Teelöffel
sollen nicht mehr für die Zentren, sondern für gekennzeichnete Flattern
ausgegeben werden, ferner ein Esslöffel für die meisten Späne.
1933 Ältermann Wilhelm Schmütsch übt sein Amt 25 Jahre aus, außerdem ist er
seit 50 Jahren Gildebruder. Er übergibt der Gilde ein Protokollbuch mit
Auszügen der Protokollbücher seit 1653.
1934 Auf dem Winterball erfolgt die Fahnenweihe eines Hakenkreuzwimpels
durch den kommissarischen Bürgermeister Max Bunge. Die Reichsregier-
ung verlangt, dass die Gilde sich dem Deutschen Schützenbund anschließt
oder aufgelöst wird.
1937 Auf Vorschlag von Bürgermeister Bunge wird die kleine Toten und Schießgilde mit der Großen Bürgergilde vereinigt. Die letztere übernimmt die Verbindlichkeiten und erhält dafür alle Utensilien sowie auch die Fahne und die Königskette. Die Fahne wird künftig als 2. Fahne im Umzug mitgeführt, die Kette trägt der alte König.
1938 Die Gilde bildet eine Schützengruppe und wählt einen Führer dieser Gruppe. Dieses wird an den Gauführer der NSDAP gemeldet. Damit gibt sich die Regierung zufrieden.
1939 Während des Krieges und zwei Jahre danach werden nur in unregelmäßigen Abständen Versammlungen abgehalten.
1948 Am 3. April trifft sich der alte Vorstand im „Holsteinischen Haus“ zur 1.
Sitzung nach dem Kriege, 13 neue Mitglieder werden aufgenommen. Am 8.
Mai wird der 1. Sommerball gefeiert. Der Saal des Deutschen Hauses wird
Für 250 RM einschließlich Korkengeld angemietet, für die Musik werden
350 RM ausgegeben. 17 weitere Heiligenhafener Bürger bitten um Auf -
nahme.
1950 Die britische Regierung erlaubt das Schießen mit dem Luftgewehr.
Geschossen wird seitlich des früheren Kursaales am Binnensee. 1. König
wird Adolf Schümann.
1951 Auch in diesem Jahr wird mittels Luftgewehr der König ermittelt. Es wird
Hans Heinrich Karstens.
1952 Es darf wieder mit Schwarzpulver und Blei geschossen werden. Die
Büchsen werden von der Oldenburger Gilde geliehen.
1962 Die Vogelstange wird 50 m weiter nach Norden versetzt. Durch Aufschüt-
tung von Bauaushub werden 4.000 m² Neuland geschaffen und befestigt.
1963 2 Gildebrüder stiften die Krone für die Königinnen.
1964 Die Gilde feiert ihr 350-jähriges Jubiläum. Gildebrüder der Umgebung stiften
der Gilde die Fahne „Stadt und Land, Hand in Hand“.
1970 Gildebruder Jens Schmütsch wird 1. Ältermann.
1973 Das Gill – Hus wird am 6. Januar eingeweiht. König Hans – Heinrich
Schmütsch und seine Königin Irene schreiten als erstes Königspaar ins Gill
ein. Die Ausrufer haben zum ersten Mal eingeladen.
1975 Ältermann Jens Schmütsch lädt die Ältermänner der benachbarten Gilden
zum 1. Ältermanntreffen ein.
1983 Gilde kauft Musikinstrumente und es beginnen interessierte Gildebrüder mit
dem Üben. 1. Dirigent ist GB Kurt Rasch. Der 1. öffentliche Auftritt erfolgt
beim Grünkohlessen im November.
1985 Die Gildemitteilungen „Oles un Nies“ erscheinen zum 1. Mal.
1987 Der erste Gildeausflug wird vom 2. Ältermann Bendix Graßhoff organisiert.
1999 Bau und Einweihung des Gildeschießstandes am Gill – Hus.
2000 1. Ältermann Jens Schmütsch tritt ab. Sein Nachfolger wird GB Dieter Eybächer.
2003 Die Gilde feiert ihr 750-jähriges Jubiläum. 1. Ältermann Jens Schmütsch hatte
im Jahre 1978 das Gründungsdatum mit 1253 ermittelt.
2008 Die Gildekapelle feiert ihr 25-jähriges Jubiläum.
2012 1. Ältermann Dieter Eybächer tritt nicht wieder zu Wahl an. Als sein Nachfolger
wir der amtierende König GB Horst Sachau gewählt. Wegen der Errichtung der neuen
Seebrücke musste der Standort der Vogelstange aufgegeben werden. Als neuer Schießplatz
dient erstmals der Seebrücken-Vorplatz. Die neue Vogelstange steht direkt an der Seebrücke.
2013 Das Gill - Hus wird verkauft und abgerissen. Die Zeitkapsel der Grundsteinlegung wird wiedergefunden.
Das Gildefest findet im Festzelt statt.
2014 Ein Ausschuss "Zukunft" erarbeitet Lösungsvorschläge für mögliche Anlageformen des durch den Verkauf
Gill-Huses vorhandenen Kapitals. König wir der langjährige GIldetrommler GB Uwe Fahrenkrog.
2015 Die Gilde erwirbt als "neue Heimat" ein Haus in Mühlenstraße und kehrt somit in die Altstadt zurück.
König wird mit GB Burkhardt Fahrenkrog der Sohn des Vize-Königs.